Gluten bei ADHS und Autismus: Welche Rolle spielt es wirklich?
- maresaschramm
- 2. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Viele Eltern von Kindern mit ADHS oder Autismus fragen sich, ob eine glutenfreie Ernährung helfen kann, Symptome zu lindern. Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Gerste vorkommt. Doch was sagt die Wissenschaft dazu? Und worauf solltest du achten, wenn du eine glutenfreie Ernährung in Betracht ziehst?

1. Was ist Gluten und warum steht es in der Kritik?
Gluten ist für die Elastizität und Konsistenz vieler Teigwaren verantwortlich. Einige Menschen haben jedoch Probleme mit der Verdauung von Gluten. Während Zöliakie eine Autoimmunerkrankung ist, bei der Gluten schwere Darmschäden verursacht, gibt es auch Menschen mit einer Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität, die Symptome wie Bauchschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme entwickeln können.
2. Verbindung zwischen Gluten und neurologischen Symptomen
Studien zeigen, dass Gluten bei manchen Menschen neuroinflammatorische Prozesse fördern kann. Besonders das „Leaky-Gut-Syndrom“ (durchlässige Darmwand) wird häufig mit ADHS und Autismus in Verbindung gebracht. Dabei gelangen unverdaute Nahrungsbestandteile und Giftstoffe aus dem Darm in den Blutkreislauf, was das Immunsystem und das Nervensystem beeinträchtigen kann.
3. Kann eine glutenfreie Ernährung bei ADHS und Autismus helfen?
Es gibt Hinweise darauf, dass eine glutenfreie Ernährung einige Symptome verbessern kann:
✅ Bessere Konzentration: Einige Eltern berichten, dass ihre Kinder fokussierter sind.
✅ Weniger Magen-Darm-Probleme: Eine häufige Begleiterscheinung von ADHS und Autismus.
✅ Weniger Reizbarkeit: Gluten kann Entzündungsprozesse fördern, die sich auf die Stimmung auswirken können.
Allerdings sind die wissenschaftlichen Beweise nicht eindeutig. Während einige Studien Verbesserungen zeigen, gibt es auch Kinder, bei denen sich durch eine glutenfreie Ernährung keine spürbaren Effekte zeigen.
4. Wie testest du, ob dein Kind von einer glutenfreien Ernährung profitiert?
Wenn du vermutest, dass Gluten eine Rolle spielt, kannst du Folgendes ausprobieren:
🔹 Eliminationsdiät: Verzichte für 4–6 Wochen auf Gluten und beobachte Veränderungen.
🔹 Tagebuch führen: Notiere Stimmung, Verhalten und körperliche Symptome.
🔹 Langsam wiedereinführen: Falls keine Verbesserungen sichtbar sind, kannst du Gluten schrittweise wieder in die Ernährung integrieren.
5. Worauf du achten solltest
Eine glutenfreie Ernährung sollte gut durchdacht sein:
🚫 Vermeide Ersatzprodukte mit vielen Zusatzstoffen.
✅ Setze auf natürliche glutenfreie Lebensmittel wie Reis, Quinoa und Buchweizen.
🥦 Achte auf eine ausgewogene Ernährung, um Nährstoffmängel zu vermeiden.
6. Fazit: Ist eine glutenfreie Ernährung einen Versuch wert?
Jedes Kind ist anders. Während einige Kinder mit ADHS oder Autismus von einer glutenfreien Ernährung profitieren, gibt es keine Garantie für eine Verbesserung der Symptome. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist jedoch immer ein wichtiger Baustein für das Wohlbefinden deines Kindes.
Hast du bereits Erfahrungen mit einer glutenfreien Ernährung bei ADHS oder Autismus gemacht? Teile sie gerne in den Kommentaren! 😊
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